"Der Besuch von Gruppen ist nur eine Krücke auf dem Weg in die Trockenheit, aber eine verdammt gute!" (Teilnehmer)
Wenn nach dem Entschluss, ein wieder selbst bestimmtes Leben ohne Suchtmittel wie Alkohol, Drogen oder Medikamente führen zu wollen, eine oft nur zweiwöchige Entziehungstherapie in einer Fachklinik erfolgt ist, ist die Rückkehr in ein so genanntes "normales" und "trockenes" Leben in der Regel nicht so einfach, wie sie in der ersten Hochstimmung nach dieser ersten "Trockenphase" erscheint.
Da die Gesellschaft, in die der Abhängige zurückkehrt nun einmal davon ausgeht, dass ein Leben ohne Suchtmittel das normale Leben ist, kann er hier nur in wenigen Fällen damit rechnen, dass sein für ihn wichtiger und lebensrettender Schritt die Anerkennung findet, die zum dauerhaften Bestand seiner "Trockenheit" gehören sollte. Die von ihm geäußerten Darlegungen seiner Befindlichkeit stoßen meist auf Unverständnis. Dies geschieht nicht böswillig, sondern begründet sich darin, dass der Abhängige besondere Problembereiche hat, die den nicht abhängigen Mitmenschen kaum zugänglich sind.
Was kann das Blaue Kreuz als Hilfe anbieten?
In den regelmäßigen Treffen wird die Sprache gesprochen, die der Abhängige kennt. Es bedarf keiner weitschweifigen Erklärung eines Problems. Hier kommen Menschen zusammen, die ähnliche Situationen und Problemstellungen selbst erlebt und auf ihre Weise gelöst haben. Von diesen Erfahrungen profitiert der Abhängige, da sie ihm helfen seinen eigenen Weg in eine zufriedene Trockenheit zu finden. Die Beteiligung an der Gruppe holt den Menschen aus der häufig vorhandenen Einsamkeit heraus. In der Gruppe macht man Bekanntschaften, es können aber auch Freundschaften daraus entstehen.